Die Muster der Wayuu – was hinter den Kanaas steckt
Rauten, Zacken, Sterne: Die geometrischen Muster der Wayuu heißen Kanaas. Woher sie kommen, was sie bedeuten – und wo Verkäufer gern übertreiben.
Die gehäkelte Tasche der Wayuu: wie sie entsteht, was ihre Muster erzählen und woran Sie eine echte erkennen.
Die Mochila Wayuu ist eine gehäkelte Beuteltasche mit breitem, gewebtem Tragegurt und einer Kordel zum Zuziehen. Sie wird von den Frauen der Wayuu gemacht, einem indigenen Volk, das auf der Halbinsel La Guajira im Norden Kolumbiens und im Nordwesten Venezuelas lebt.
Jede Tasche entsteht vollständig von Hand. Die Weberin plant das Muster nicht auf Papier, sondern trägt es im Kopf und setzt es Masche für Masche um. Deshalb gibt es keine zwei gleichen Mochilas – selbst wenn dieselbe Frau zweimal dasselbe Motiv häkelt.
Für die Familien in La Guajira ist das Häkeln eine der wichtigsten Einnahmequellen. Wer eine echte Mochila kauft, bezahlt also nicht nur ein schönes Stück, sondern Arbeitszeit einer Frau in einer der ärmsten Regionen des Landes.

Eine Mochila besteht aus Boden, Körper, Riemen und Kordel. Die ersten beiden werden gehäkelt, der Riemen wird gewebt, die Kordel geflochten.
Alles beginnt mit einem kleinen Ring in der Mitte des Bodens. Von dort häkelt die Weberin in einer Spirale nach außen, bis die Scheibe die gewünschte Größe hat. Schon hier beginnt oft das erste Muster.
Ohne abzusetzen, geht es nach oben weiter. Runde um Runde entstehen Wand und Muster; die Farben wechselt sie, indem sie die Fäden mitführt. Das ist der längste Teil der Arbeit.
Der breite Tragegurt wird getrennt auf einem kleinen Webrahmen gewebt – mit eigenen Kanaas-Mustern. Er ist bei guten Taschen oft das feinste Stück.
Zum Schluss kommt eine geflochtene Kordel durch den oberen Rand, an deren Enden bunte Quasten hängen. Damit wird die Mochila zugezogen.
Mochilas gibt es in zwei Macharten. Beide sind handgemacht – aber sie unterscheiden sich stark in Aufwand, Festigkeit und Preis.
„de un hilo“ · die klassische Art
„de dos hilos“ · die schnellere Art
Die Maße sind Richtwerte – jede Weberin arbeitet ein wenig anders.

ca. 20–24 cm hoch
Die Alltagstasche: Portemonnaie, Sonnenbrille, ein kleines Buch.

ca. 26–30 cm hoch
Die klassische Mochila – auch für Einkauf, Strand und Uni.
Die Beliebtheit hat auch Nachahmungen hervorgebracht – maschinell gefertigt oder nur im Stil der Wayuu gehäkelt. Diese Punkte helfen beim Prüfen.

Eine gute Mochila hält viele Jahre. Ein paar Dinge sollten Sie aber beachten:

Rauten, Zacken, Sterne: Die geometrischen Muster der Wayuu heißen Kanaas. Woher sie kommen, was sie bedeuten – und wo Verkäufer gern übertreiben.

2014 holten Adam und Catalina Sikora die bunten Taschen der Wayuu nach Freiburg. Ein Rückblick auf den Anfang von Molago.

Leuchtend, mutig, selten ton in ton: Warum die Mochila Wayuu so farbig ist und wie man sie im Alltag kombiniert.
„Mochila“ ist spanisch und heißt schlicht Rucksack oder Tasche. In Kolumbien meint man damit die typische gehäkelte Beuteltasche mit Riemen. Die Wayuu selbst nennen sie in ihrer Sprache Wayuunaiki susu.
Für eine große Mochila aus einem Faden brauchen die Weberinnen meist zwei bis drei Wochen, bei sehr feinen Mustern auch länger. Doppelfädige Taschen gehen schneller, oft in wenigen Tagen. Der Riemen wird zusätzlich gewebt.
Heute meist aus Baumwoll- oder Acrylgarn. Acryl hält die Farben sehr gut und ist robust, Baumwolle fühlt sich weicher an. Früher wurden auch Naturfasern verwendet, die selbst gesponnen wurden.
Ja, aber nur von Hand: kaltes oder lauwarmes Wasser, mildes Waschmittel, nicht reiben oder auswringen. Danach in Form ziehen und liegend im Schatten trocknen lassen. Nicht in den Trockner.
Weil in ihr viele Tage Handarbeit stecken. Eine einfädige Mochila in guter Qualität kostet deshalb eher 80 bis 200 Euro als 25. Sehr billige Angebote sind meist doppelfädig, stammen von Zwischenhändlern oder sind gar nicht von Hand gemacht.
Bei unserem Schwestershop Molago gibt es noch einzelne Unikate. Achten Sie auch anderswo darauf, dass der Händler die Herkunft nennt und Fotos genau des Stücks zeigt, das Sie bekommen.
Unser Schwestershop Molago hat seit 2014 Mochilas direkt aus La Guajira nach Deutschland geholt. Der Shop läuft aus – die letzten Unikate sind noch zu haben, jedes Stück einzeln fotografiert. Händler können weiterhin Mochilas ab 20 Stück direkt aus Kolumbien anfragen.